Urs Fitze

 
809 Milliarden Kilowattstunden Strom haben die 95 Atomreaktoren in den Vereinigten Staaten im Jahr 2019 produziert. Das sei ein Rekord, jubelt die zuständige Staatssekretärin, und verschweigt, dass die Produktion seit 13 Jahren kaum mehr wächst. Sie verfolgt ein anderes Ziel: Den Uranabbau in den USA wiederbeleben.

In Belarus geht im AKW Ostrowez der erste von zwei Druckwasserreaktoren russischer Bauart in Betrieb. Das Land und dessen mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteter Präsident Alexander Lukaschenko zementieren damit ihre Abhängigkeit vom mächtigen Nachbarn Russland. Gleichzeitig werden die Karten auf dem baltischen Strommarkt neu gemischt.

Als vor acht Jahren das zweitstärkste je gemessene Erdbeben Japan erschüttert und eine gewaltige Tsunami Teile der Ostküste verheerte, geschah das Unfassbare: In Fukushima-Daiichi kam es zu drei Kernschmelzen, als die 15 Meter hohe Flutwelle die Notstromversorgung lahmlegte. Es wird weit länger als die prognostizierten 40 Jahre dauern, bis die drei havarierten Atomkraftwerke entsorgt sind.